Österreichs Abhängigkeit von der Tabaksteuer

Statt dem geplanten generellen Rauchverbot, entschied sich die neue ÖVP/FPÖ-Regierung dafür dieses nicht in Kraft treten zu lassen und die Bestimmungen mit dem Einführen des “Berliner Modells” zu lockern. Begründung hierfür sei seitens ÖVP/FPÖ die wirtschaftliche Lage der Wirte. Ob es wirklich darum geht oder vielmehr um ein Schrumpfen der Raucher-Community -und somit die Einnahmen in die Staatskasse- zu verhindern, sei dahingestellt. 

Österreich ist ein Raucherland und das scheint sich auch nur sehr langsam zu ändern. Betrachet man die letzten verfügbaren Zahlen der Gesundheitserhebung der Statistik Austria, sieht man, dass 2014 sogar mehr Menschen täglich oder gelegentlich rauchten als 2007. Waren im Jahr 2007 noch 28,3 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung Raucher, so waren es 2014 bereits 30%. Ein kurzer Vergleich dazu: Im OECD-Schnitt rauchen 18,4 Prozent der Gesamtbevölkerung täglich – in Österreich sind es 24,3 Prozent, die täglich rauchen (2014).

Doch wie viel verdient der österreichische Staat eigentlich an Glimmstingeln und Co? Im Jahr 2016 betrugen die Steuereinnahmen durch Tabaksteuer 1,83 Millionen Euro. Das sind 420 Millionen Euro mehr als zehn Jahre davor. Durchschnittlich haben sich die Tabaksteuer-Einnahmen also pro Jahr um rund drei Prozent erhöht. Damit ist die Tabaksteuer eine der wesentlichsten Verbrauchssteuern in Österreich. Nach der Mineralölsteuer (MÖSt.) erbringt die Tabaksteuer die zweithöchsten Einnahmen aus einer Verbrauchersteuer. Der Steuerbetrag für Zigaretten setzt sich in Österreich aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen die Fixkosten, die sich auf 53 Euro pro 1.000 Stück belaufen und zum anderen die variable Tabaksteuer, die je nach Tabakerzeugnis (Zigaretten, Zigarillos, Wurzeltabak etc.) variiert.


663 Euro pro Jahr und Raucher

So viel zu den Steuereinnahmen. Da das alles sehr große Zahlen ohne fassbaren Zusammenhalt sind, sollte man Raucher und Einnahmen durch Tabaksteuer in Verhältnis zueinander setzen. Konkret heißt das dann, dass der Staat im Jahr 2014 pro Raucher im Durchschnitt rund 663 Euro einnahm, dies entspricht 55 Euro pro Monat. 2007 waren es 51 Euro, die der österreichische Raucher an Tabaksteuer bezahlt.

Bei einem Zigarettenkonsum von vier Packungen pro Woche à 4,50 Euro, wären das 72 Euro, die ein durchschnittlicher Raucher monatlich für Zigaretten ausgibt. Das von diesen 72 Euro 55 Euro an Tabaksteuer abfallen macht deutlich in welchem Verhältnis Zigarettenpreise und Tabaksteuer-Einnahmen zueinander stehen.

Nun wird dies keinen Raucher dazu bewegen Nichtraucher zu werden und auch keine ÖVP/FPÖ-Regierung dazu bewegen ihre Entscheidung sich gegen ein generelles Rauchverbot zu stellen, aufzuheben, doch vielleicht können Zahlen mehr Bewusstsein schaffen um wessen wirtschaftlich Lage es bei so drastischen Entscheidungen geht. Um die der Wirte und Gastronomen?

Datenquellen: Statistik Austria, JTI