Ehe für Alle

Gleichgeschlechtliche Paare dürfen ab 1. Jänner 2019 heiraten

Endlich heißt es auch in Österreich “Ehe für alle”. Der Verfassungsgerichtshof hat mit 4. Dezember 2017 jene gesetzlichen Regelungen aufgehoben, die gleichgeschlechtlichen Paaren den Zugang zur Ehe bisher verwehrt haben. Der Gerichtshof begründete diesen Schritt mit dem Diskriminierungsverbot des Gleichheitsgrundsatzes. Obendrauf ist Österreich das erste Land Europas, das die Ehegleichheit als Menschenrecht anerkennt und verwirklicht.

Die Aufhebung dieser Regelungen tritt erst mit Ablauf des 31. Dezember 2018 in Kraft. Ab 1. Jänner 2019 dürfen dann aber auch endlich schwule und lesbische Paare in Österreich heiraten. Bis dato waren nur eingetragene Partnerschaften erlaubt. Diese wurden mit 1. Jänner 2010 erlaubt. Seitdem wurden 7.256 eingetragene Partnerschaften in Österreich verzeichnet. Im ersten Jahr waren es gleich 705.


Ab 1. Jänner 2019 steht außerdem auch die eingetragene Partnerschaft für verschiedengeschlechtliche Paare offen.

Weniger Eheschließungen in den letzten beiden Jahren

Aber wie sieht es mit Eheschließungen in Österreich generell aus? Gaben sich 2015 nach langem wieder mehr Paare das “Ja”-Wort, so sind im letzten Jahr wieder weniger Österreicher vor dem Alter gestanden. 2016 war ein absolutes Rekordjahr in den letzten zehn Jahren, was Eheschließungen in Österreich betrifft: 44.890 Paare haben geheiratet. Letztes Jahr waren es nur noch 37.008 – das sind um 17,56 Prozent weniger Eheschließungen.

Wien immer noch Spitzenreiter

7.561-mal wurde in Wien geheiratet, 6.891-mal in Niederösterreich, gefolgt von 6.561-mal in Oberösterreich. Am wenigsten wurde im Burgenland geheiratet: nur 1.145-mal. Die Burgenländer waren in diesem Fall nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch relativ zur Bevölkerung besonders heiratsfaul.

Eheschließungen vs. Ehescheidungen

Aber nicht nur die Zahl der Hochzeiten steigt und sinkt: Bis 2012 sind Ehescheidungen im Vergleich zu Eheschliessungen deutlich gestiegen. Seit 2013 gibt es wieder weniger Scheidungen in Österreich. Im Jahr 2015 waren es 16.351 Trennungen, 2016 nur mehr 15.919.

Österreich im Mittelfeld

Vergleicht man die Eheschließungen in der Europäischen Union, liegt Österreich im Vergleich mit Ländern, die eine ähnliche Einwohnerzahl haben, im Mittelfeld. Spitzenreiter generell in der EU ist nach wie vor Deutschland: 2015 gab es hier 400.115 Eheschließungen, gefolgt von den Franzosen mit 236.432 Eheschließungen.

Aber wer weiß, vielleicht trauen sich dieses Jahr wieder mehr Paare und machen 2018 erneut zu einem Rekordjahre in Sache Eheschließung. Interessant werden aber die Zahlen im Jahr 2019, wenn dann auch gleichgeschlechtliche Paare in Österreich erstmals heiraten dürfen.

 

Stephanie Varga

Österreichs Tageszeitungen auf sozialen Medien 2017

A Year in Review

Fast jede Tageszeitung Österreichs nutzt inzwischen soziale Medien, um ihre Inhalte zu bewerben. Mit 3,7 Millionen österreichischen Nutzern im Dezember 2017 (Quelle: statista) ist Facebook bei weitem das meistgenutzte – und somit fundamental für die Digitalisierung dieser Tageszeitungen. Wie schlugen sie sich aber im vergangenen Jahr? Und was zog medial in Österreich letztendlich auf sozialen Medien die meiste Aufmerksamkeit auf sich? Um diese Fragen zu beantworten, wurden die Social Media-Auftritte aller österreichischen Tageszeitungen im Zeitraum 1.1.2017-23.1.2017 analysiert. In diesem Zeitraum wurden von den 13 analysierten Medien insgesamt 12979 Postings verfasst – Nutzer generierten daraufhin insgesamt rund 1,08 Millionen Reaktionen.

DerStandard hält weiterhin den ersten Platz, was Facebookfans betrifft. Die Krone kommt dem Medium allerdings mit nur mehr rund 16.000 Fans Differenz immer näher. Überhaupt auffällig ist, dass die Anzahl der Fans nicht die Anzahl der Reaktionen widerspiegelt: Die Krone hatte mit großem Abstand die meisten Reaktionen (433.787), die Heute – bei Fans bloß am vierten Platz – folgt mit 281.216 Reaktionen an zweiter Stelle. Dies suggeriert, dass die Krone 2017 entweder auffällig reaktionsauslösende Postings verfassen konnte, oder aber auch viel über Facebook warb. DerStandard generierte mit rund 306.000 Fans bloß ca. 175.000 Reaktionen – bloß rund 30.000 mehr als etwa DiePresse, obwohl ersteres Medium über 100.000 Fans mehr zählt.

Postings mit den meisten Reaktionen

 

Obwohl es auch einige Postings mit anderen Themen in der Top 10 gibt, dominieren politische Postings, welche mit der aktuell gewählten Regierung aus ÖVP-FPÖ in Verbindung stehen. Bei Krone und oe24 reagieren User bei solchen Postings hauptsächlich mit Likes und “Love”, während sich bei Presse und Standard viele “Angrys” finden.

Videoinhalte: Trend, vor allem im Boulevard

Videoinhalte waren vergangenes Jahr besonders bei Boulevardmedien im Trend. Vorarlberg Online veröffentlichte gar bei insgesamt 1029 Postings 483 Videos, es folgt die Heute mit 302 Postings, oe24 mit 241 Videoinhalten und die Krone mit 114. Alle anderen erfassten Medien posteten gemeinsam weitere 394 Videos.

Überraschend ist, dass Heute und vol.at mehr Videopostings erstellt haben als oe24 (im Falle von vol.at sogar mehr als doppelt so viele) – und das, obwohl der Onlineauftritt der Österreich seit August 2016 einen einen Online-TV-Sender beinhaltet. Das erste Qualitätsmedium, welches in der Liste erscheint, ist der Kurier mit 82 Videos, gefolgt von dem Standard mit 70 Videos.

Wut: Die am stärksten ausgedrückte Reaktion

“Angry” ist bei weitem die am meisten genutzte Reaktion. Dies liegt sehr stark daran, dass die Reaktion bei den vier Medien mit dem meisten Fans und Interaktionen allgemein – Krone, Heute, oe24 und DerStandard – auch die meistgenutzte ist. Auffällig ist, dass eine Sortierung nach wütenden Reactions, nach “Hahas” und nach Gesamtreactions bei den ersten fünf Ergebnissen dieselbe Reihenfolge ergibt: Krone, Heute, oe24, Standard und zuletzt Presse. Dies ist beispielweise bei der Reaktion “Love” nicht so.

Krone, Heute, Österreich: Das Wut-Triumvirat

Krone, Heute und oe24 alleine produzierten im vergangenen Jahr mehr als zwei Drittel aller “Angry”-Reaktionen. Zwar schafften die drei Medien auch die meisten Reaktionen allgemein, trotzdem aber liegen die Zahlen der “Angry”-Reaktionen bei den drei Medien weit über dem allgemeinen Durchschnitt des Social-Media-Auftritts der Tageszeitungen 2017.

Medien Postings mit den meisten “Angry”-Reaktionen

 

Die wohl wutaufschäumendsten Themen variieren nach Medium. Die Heute kommt ausschließlich mit Beiträgen zu Tierquälerei vor, ansonsten entwickelten sich die “Angry”-Reaktionen auffällig entsprechend der politischen Richtung der jeweiligen Medien. Ebenfalls auffällig ist, dass weder der erste noch der der zweite Platz der meisten “Angry” Reaktionen Heute, oe24 oder Krone ist. Stattdessen sind es Presse und Standard – beide mit Meldungen über Entscheide der neuen Regierung.

 

Alle erfassten Daten stehen hier zur Verfügung (Google-Drive-Link).

Bildungsniveau der Millennials in Österreich 2015

Man hört die Begriffe “Millennials” und “Generation-Y” immer wieder. Gemeint sind damit Personen die im Zeitraum von 1980 bis 2000 geboren wurden. Neben dieser Gemeinsamkeit, die noch nicht wirklich viel über diese Generation aussagt, gibt es noch andere Merkmale die für “Millennials” typisch sind. Neben den individuellen Unterschieden ist es das technologische und kulturelle Umfeld was diese Generation eint. Sie sind aufgewachsen in einer Welt, in der Computer selbstverständlich sind und quasi zum beruflichen sowie privaten Alltag gehören. Gleichzeitig setzten sich soziale Netzwerke und neue Kommunikationstechnologien durch und wurden zum fixen Bestandteil ihres Lebens.

Gerade weil diese Gruppe in welchem Kontext auch immer, oft erwähnt wird, wäre es interessant mehr über sie zu erfahren. Wenn es z.B. um das Bildungsniveau in Österreich geht, werden von Statistik-Austria&Co zahlreiche Tabellen und Grafiken veröffentlicht. Allerdings sind diese nicht wirklich hilfreich um Detailinformation über Millennials zu erfahren.

Anhand der Studie zum Bildungsniveau in Österreich 2015 der Statistik-Austria wurden nun folgenden Zahlen errechnet und grafisch dargestellt um den Bildungsstand der österreichischen “Generation-Y” aufzuzeigen.

 

 

 

Österreichs Abhängigkeit von der Tabaksteuer

Statt dem geplanten generellen Rauchverbot, entschied sich die neue ÖVP/FPÖ-Regierung dafür dieses nicht in Kraft treten zu lassen und die Bestimmungen mit dem Einführen des “Berliner Modells” zu lockern. Begründung hierfür sei seitens ÖVP/FPÖ die wirtschaftliche Lage der Wirte. Ob es wirklich darum geht oder vielmehr um ein Schrumpfen der Raucher-Community -und somit die Einnahmen in die Staatskasse- zu verhindern, sei dahingestellt. 

Österreich ist ein Raucherland und das scheint sich auch nur sehr langsam zu ändern. Betrachet man die letzten verfügbaren Zahlen der Gesundheitserhebung der Statistik Austria, sieht man, dass 2014 sogar mehr Menschen täglich oder gelegentlich rauchten als 2007. Waren im Jahr 2007 noch 28,3 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung Raucher, so waren es 2014 bereits 30%. Ein kurzer Vergleich dazu: Im OECD-Schnitt rauchen 18,4 Prozent der Gesamtbevölkerung täglich – in Österreich sind es 24,3 Prozent, die täglich rauchen (2014).

Doch wie viel verdient der österreichische Staat eigentlich an Glimmstingeln und Co? Im Jahr 2016 betrugen die Steuereinnahmen durch Tabaksteuer 1,83 Millionen Euro. Das sind 420 Millionen Euro mehr als zehn Jahre davor. Durchschnittlich haben sich die Tabaksteuer-Einnahmen also pro Jahr um rund drei Prozent erhöht. Damit ist die Tabaksteuer eine der wesentlichsten Verbrauchssteuern in Österreich. Nach der Mineralölsteuer (MÖSt.) erbringt die Tabaksteuer die zweithöchsten Einnahmen aus einer Verbrauchersteuer. Der Steuerbetrag für Zigaretten setzt sich in Österreich aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen die Fixkosten, die sich auf 53 Euro pro 1.000 Stück belaufen und zum anderen die variable Tabaksteuer, die je nach Tabakerzeugnis (Zigaretten, Zigarillos, Wurzeltabak etc.) variiert.


663 Euro pro Jahr und Raucher

So viel zu den Steuereinnahmen. Da das alles sehr große Zahlen ohne fassbaren Zusammenhalt sind, sollte man Raucher und Einnahmen durch Tabaksteuer in Verhältnis zueinander setzen. Konkret heißt das dann, dass der Staat im Jahr 2014 pro Raucher im Durchschnitt rund 663 Euro einnahm, dies entspricht 55 Euro pro Monat. 2007 waren es 51 Euro, die der österreichische Raucher an Tabaksteuer bezahlt.

Bei einem Zigarettenkonsum von vier Packungen pro Woche à 4,50 Euro, wären das 72 Euro, die ein durchschnittlicher Raucher monatlich für Zigaretten ausgibt. Das von diesen 72 Euro 55 Euro an Tabaksteuer abfallen macht deutlich in welchem Verhältnis Zigarettenpreise und Tabaksteuer-Einnahmen zueinander stehen.

Nun wird dies keinen Raucher dazu bewegen Nichtraucher zu werden und auch keine ÖVP/FPÖ-Regierung dazu bewegen ihre Entscheidung sich gegen ein generelles Rauchverbot zu stellen, aufzuheben, doch vielleicht können Zahlen mehr Bewusstsein schaffen um wessen wirtschaftlich Lage es bei so drastischen Entscheidungen geht. Um die der Wirte und Gastronomen?

Datenquellen: Statistik Austria, JTI

Österreicher produzieren Filme, die Österreicher nicht sehen wollen

 

„Mach nicht den Film, den du machen willst – mach den Film, den du sehen willst.“, ist ein Sprichwort, das oft jungen Filmemachern ans Herz gelegt wird. Unteranderem deutet es daraufhin, dass meist zuwenig Gewicht darauf gelegt wird, was das Publikum sehen möchte. Ähnlich sieht die Situation beim Österreichischen Film aus: jedes Jahr werden zwar mehrere qualitativ hochwertige Kinofilme fertig gestellt, jedoch mangelt es den ÖsterreicherInnen schon seit Jahren an Interesse für Österreichische Produktionen. Beliebte Filmgenres wie Abenteuer, Action, Animation oder Komödien werden kaum in Österreich produziert, viel mehr haben sich die lokalen Filmemacher auf Dokumentarfilme, Krimis und Dramen fokussiert. Diese unbeliebten Genres haben zur Folge, dass so gut wie kein Österreichischer Kinofilm seine Produktionskosten wieder einnimmt.
Hollywoodfilme erfreuen sich in Österreich, wie auch im größten Teil Europas, an großer Beliebtheit und führen die Besucherzahlen im Kino, mit großem Abstand zu Produktionen von anderen Ländern, an.

Die folgende Grafik zeigt die Filmanzahl in den österreichischen Kinos nach Produktionsländern im Jahr 2016. Von rund 413 Filmen im Kino stammt der größte Teil mit fast 57 Prozent aus Europa, 35 Prozent aus Amerika und weniger als ein Zehntel aus anderen Ländern.

Dennoch dominieren amerikanische Filme mit 78 Prozent der Besucheranzahl die heimischen Kinos. Im Jahr 2016 gingen Österreich 14.343.912 Millionen mal ins Kino. Europäische Produktionen, trotz den meisten Kinofilmproduktionen im Kinoprogramm, macht mit aufgerundet 22 Prozent knapp ein Viertel des Marktanteiles aus. Die anderen Länder sind mit nicht mal einem Prozent der Besucherzahlen in der Grafik kaum zu Werten.

 

Ein Blick auf die österreichischen, erstaufgeführten Filme im Jahr 2016, zeigt typischerweise den Großteil der insgesamt 44 Filme in den Dokumentarfilm und Drama Genres. Kaum wesentlich haben dabei die Dokumentarfilme und Dramen zu den Besucherzahlen beigetragen. Der einzige Abenteuer Film hat es geschafft, 68 Prozent der Kinobesucher in Österreich in den Kinosaal zu locken. Wiederum lässt sich hier unschwer erkennen, dass sich Österreicher mehr Unterhaltung in den Genren Abenteuer und Komödie wünschen würden.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Shift der Genren der Österreichischen Filmlandschaft gut tun würde. Wenn der Österreichische Film beliebter werden möchte, sollte er auch darauf eingehen, was sich das Publikum wünscht.

 

 

Die Videospielindustrie – Marktpotenzial, Wachstum und Umsatz

Es ist mittlerweile kaum mehr zu verleugnen: die Videospielindustrie ist eine der stärksten Branchen des digitalen Zeitalters. Jährlich werden Milliarden von Dollar umgesetzt und die Tendenz ist ohne Zweifel steigend. Die Produktion von Spielen wird stetig zu einem kostspieligerem Unterfangen. Entwicklerstudios werden größer, die Umsätze immer höher. Nicht nur der Verkauf von Spielen an sich machte die Industrie zu so einem lukrativen Geschäft. Auch die Entstehung von digitalen Sportarten, den E-Sports, brachte nochmals neue Erlösquellen für die Industrie. Es gibt jedoch auch viele Trends, die man an den jährlichen Zahlen und Fakten erkennen kann.

2017 – ein gutes Jahr für Videospiele


2017 hat der Videospielindustrie wieder ein Plus gebracht. Umsatzzahlen haben sich erhöht und der Trend scheint sich zu halten. Besonders spannend sind jedoch die Zahlen mobiler Plattformen. Mit einem Anstieg von über 26% zeigen sie das größte Wachstum der letzten Jahre verglichen mit den anderen Plattformen an. Die Entwicklung hin zu mobiler Datennutzung zeigt sich nicht nur in anderen Bereichen wie Social Media, Nachrichtenkonsum und anderweitiger Mediennutzung, sondern vor allem auch im Gaming-Bereich.


Schätzungen zufolge, sollte man dem Trend glauben schenken wollen, wird der der Umsatz bei mobilen Geräten weiterhin steigen und bis 2020 bereits bei 65 Milliarden Dollar liegen können. Das würde einen Marktanteil von 50% ausmachen. Ob sich diese Schätzung bewährt, lässt sich nur abwarten.

Browser-Spiele hingegen weisen noch beachtliche Umsatzzahlen auf, der Trend signalisiert jedoch eher ein Abschwächen des Marktes. Das zeigt, dass einfach konzipierte Spiele vor allem auf mobilen Geräten ein Publikum finden und der PC mehr für aufwendige Spiele verwendet wird. Konsolenspiele auf der anderen Seite weisen ein ähnliches Wachstum wie PC-Spiele auf, haben jedoch noch immer die Nase vorne, wenn es um tatsächliche Umsätze geht.

 Der größte Markt der Gaming-Branche


Sieht man sich die Verteilung der Umsätze auf die Regionen aufgeteilt, sieht man schnell, dass Asien ein unentbehrlicher Markt für die Videospielindustrie ist. Fast die Hälfte aller Umsätze werden im asiatischen Raum gemacht. Im zweiten Quartal waren es bereits 47%, was beinahe soviel ist wie der europäische, afrikanische, nordamerikanische Markt zusammen. Durch die hohen Bevölkerungszahlen in Asien ist dies vielleicht weniger verwunderlich, ist aber für die Videospielindustrie Information höchster Bedeutung. Videospiele gehören zu der Art von Medien, die oftmals harten Zensuren unterzogen werden. Weiters ist oftmals jeder Staat ein Fall für sich, wenn er sich in rechtlichen Belangen stark von dem Heimatort des Entwicklerstudios unterscheidet. Spieleentwickler müssen also unzählige Dinge beachten, wenn sie in den Markt einsteigen wollen. Da der asiatische Raum beinahe die Hälfte des Marktes in sich trägt, ist es für die meisten Studios also eine lukrative Chance.

Was die Zukunft bringen könnte

Trotz positiver und negativer Zahlen für manche Plattformen steht eines fest: die Industrie wächst und sie könnte noch lange so weitermachen. Sollte der Trend anhalten, könnten die Umsatzzahlen weiterhin um mehrere Milliarden Dollar steigen. Gerade die mobilen Plattformen würden dabei an Marktanteilen gewinnen und könnten sich ihre Position auf der Spitze der Industrie sichern.

Die Umsatzzahlen der PC-Spiele zeigen momentan eine sinkende Tendenz, können bei genauerer Betrachtung jedoch ebenfalls noch steigen. Gerade durch der steigenden Popularität von E-Sports, deren Zahlen hierbei nicht beachtet wurden, ist gerade der PC-Bereich ein vielschichtiger Markt mit viel Potential. Browser-Spiele mögen im Vergleich vielleicht etwas armselig dastehen, sind aber ebenfalls ein erstaunlich starker Markt geblieben und müssen nicht ungeachtet bleiben. Trotz der an sich geringen Produktionskosten für Browser-Spiele im Vergleich zu PC- und Konsolenspielen weisen sie dennoch Umsatzzahlen in Milliardenhöhe auf. In Zeiten von leistungsststarken PCs, Konsolen und filmreifen Videospielen eine beachtliche Leistung. Wie sich das jedoch in den nächsten Jahren entwickeln wird, bleibt ungewiss.

Quellen:
https://newzoo.com/insights/articles/the-global-games-market-will-reach-108-9-billion-in-2017-with-mobile-taking-42/
http://www.gamesindustry.biz/articles/2017-12-20-gamesindustry-biz-presents-the-year-in-numbers-2017

Nationalratswahl 2017 – data to play with

Mandatsverluste und -gewinne

 

Mandatsverteilung


Google Spreadsheet mit den eingelesenen Daten

 

 

 

 

 

10 praktische Google Spreadsheet Formeln für Datenjournalisten

Eine kurze Einführung in einige hilfreiche Google Spreadsheet Formeln, besonders hilfreich für datengetriebenen Journalismus.

(1) SPLIT

Sample Data for split formula

Teilt Text an bestimmten Trennzeichen in einzelne Zellen auf (das Trennzeichen wird dabei entfernt – entspricht der Menüfunktion “Text in Spalten aufteilen”):

=SPLIT(C3; ":"; TRUE)
  • Was soll aufgeteilt werden?
  • Angabe des Trennzeichen
  • Angabe ob bei jedem Vorkommen des Trennzeichens getrennt werden soll

(2) VLOOKUP

Animated gif with sample vlookup formula

Senkrechter Verweis. Sucht von der ersten Spalte eines Bereichs abwärts nach einem Schlüssel und gibt den Wert einer angegebenen Zelle in der Zeile zurück, die gefunden wurde. Sehr hilfreich beim Zusammenführen von Daten in verschiedenen Tabellenblättern mit einem gemeinsamen Schlüssel.

=VLOOKUP(A3;'02 - VLOOKUP (b)'!A:B;2;FALSE)
  • Angabe des Suchschlüssels
  • Bereich in dem gesucht werden soll (im Beispiel im Tabellenblatt mit dem Namen “02 – VLOOKUP (b)” in den Spalten A und B)
  • Angabe der Spalte im Bereich, die zurückgegeben wird
  • Angabe, ob die zu durchsuchende Spalte (die erste Spalte des angegebenen Bereichs) sortiert ist (default ist TRUE; wenn der Schlüssel nur 1x im Bereich vorkommt ist FALSE empfehlenswert)

 

HLOOKUP funktioniert analog als horizontaler Verweis.

 

(3) GOOGLETRANSLATE

Sample formulas for googletranslate

Liefert Übersetzungen via Google Translate – schneller Weg für Übersetzungen, die natürlich wie immer bei automatischen Übersetzungen mit Vorsicht zu genießen sind. Für fremdsprachige Datensätze aber mitunter sehr hilfreich.

=GOOGLETRANSLATE(A4; "de"; "fr")
  • Was wird übersetzt (Text oder Zellen)
  • Länderkürzel der Sprache des Quelltextes
  • Länderkürzel der Sprache in die übersetzt wird

(4) CONCATENATE

Concatenate sample formula

 

concatenate2

Verknüpft Zeichenfolgen miteinander (umgekehrte Funktion zu SPLIT).

=CONCATENATE(A2:A5;)
=CONCATENATE(A2; " "; A3; " "; A4; " "; A5; " ")
  • Angabe der zu vernüpfenden Zeichen (z.B. ein Bereich mehrerer Zellen)
  • Angabe kann beliebig oft wiederholt werden (Beispiel 2 mit Einfügen von Leerzeichen zwischen Zellwerten)

(5) LEFT, MID, RIGHT

Sample formula for left function

 

mid

 

right

Mit LEFT, MID und RIGHT erhält man den Teil einer Zeichenfolge.

=LEFT(A1; 3)
  • Die ersten 3 Zeichen von links werden ausgegeben
=MID(A1; 5; 6)
  • Ab dem 5. Zeichen werden die folgenden 6 Zeichen ausgegeben (Achtung: ein Leerzeichen wird mitgezählt, es ist ja auch ein Zeichen)
=RIGHT(A1; 10)
  • Die ersten 10 Zeichen von links werden ausgegeben

(6) SUBSTITUTE

Sample formula for substitute

Ersetzt Teile in einem Text durch eine neue Zeichenfolge.

=SUBSTITUTE(A2; "Max"; "Sabine"; 1)
  • Angabe des Ausgangstextes (z.B. Zelle A2)
  • Zeichenfolge, die ersetzt werden soll
  • Neue Zeichenfolge
  • Anzahl der Wiederholungen (wenn die zu ersetzende Zeichenfolge mehrfach vorkommt; default ist alle Vorkommen zu ersetzen)

(7) UNIQUE

Sample formula for Unique

Gibt eindeutige Werte/Texte aus dem angegebenen Quellbereich zurück.

=UNIQUE(A2:A12)
  • Angabe des Bereichs, in dem die eindeutigen Werte gesucht werden

(8) AVERAGE + MEDIAN

Sample formula for average

 

median

Average errechnet den Mittelwert (Durchschnitt) aus einem angegebenen Bereich; mit Median wird der mittlere Wert errechnet (man stellt sich alle Werte als aufsteigende Reihe vor, und es wird genau der Wert in der Mitte dieser Reihe zurückgegeben). Bei Daten zu Einkommen o.ä. ist oft der Median aussagekräftiger, weil er immun gegen einzelne starke Ausreisser am oberen oder unteren Ende der Reihe ist.

=AVERAGE(B2:B9)
=MEDIAN(B2:B9)
  • beim Median kommt im Vergleich zu Average ein niedrigerer Wert zurück, weil im angegebenen Bereich 8 Werte vorhanden sind, es wird bei einer geraden Anzahl der Durchschnitt der beiden mittleren Werte genommen (im Beispiel: 2500 und 3000 -> Durchschnitt davon 2750, das ergibt den Median)

(9) TRIM

Screenshot Trim Formel

Entfernt unnötige Leerzeichen (am Anfang, am Ende, doppelte Leerzeichen innerhalb des Strings):

=trim(" lorem ipsum")
=trim(A2)

(10) IMPORTHTML

Screenshot showing importhtml formula on sample data

 

Import die Daten einer Tabelle oder einer Liste aus einer HTML-Seite:

=IMPORTHTML("https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_höchsten_Bauwerke_der_Welt"; "table"; 1)
  • Angabe der URL
  • Element (table oder list)
  • Index des Elements (die wievielte Tabelle/Liste in der HTML-Seite)

Aktualisiert sich laufend aus der HTML-Seite.

 

Daten der Beispiele:

Weiterführende Links:

Pimp my data – UEFA Ausschüttungen 2016

In diesem Artikel auf orf.at verliert man leicht den Überblick – eine erste Hilfe ist ein Textmarker:

uefa-zahlte-rapid-10-6-mio-euro-praemien-sport-orf-at

Noch hilfreicher ist eine Tabelle, die auf einen Blick die Größenordnungen klarmacht:

Syllabus #ddj – Wintersemester 2016/17

 1. Termin (6.10.) – Best practice data driven journalism #ddj

  • Geschichtlicher Abriss, Wurzeln in CAR
  • Multimedia Storytelling Ende 1990er
  • Berührungspunkte Open Data Bewegung
  • Wichtige Player, globale Vernetzung
  • Technische Rahmenbedingungen (Ablöse von Flash, nativer Browsersupport)
  • Auswirkungen der Endgeräterevolution für Präsentation Te(Desktop, Tablet, Mobile…)
  • Beispiele aus der internationalen Praxis

2. Termin (3.11.) – Getting the Data

  • Verfügbarkeit von Daten
  • Rechtliche Rahmenbedingungen (FOI,…)
  • Skillsets und Tools zum Scrapen
  • Bereinigen und Verdichten von Daten
  • Verknüpfen verschiedener Datensätze
  • Visualisierung Einführung Teil 1

3. Termin (18.11.) – Data driven storytelling (1)

  • Befragen der Daten
  • Identifizieren einer tragfähigen Story
  • Visualisierung Teil 2 – hands on Datawrapper

4. Termin (24.11.) – Data driven storytelling (2)

  • Abgrenzung des Projektscopes
  • Antizipieren des Userinteresses
  • Konzeption der Userexperience (UX)
  • Präsentation & Diskussion Blogposts (überarbeitete Texte) Teil 1

5. Termin (1.12.) – Data driven storytelling (3)

  • Best practice Beispiele
  • Vertiefung Bereinigung und Verdichtung
  • Präsentation & Diskussion Blogposts (überarbeitete Texte) Teil 2

6. Termin (22.12.) – Reality Check

  • Kriterien zur Beurteilung bestehender #ddj Anwendungen
  • Kriterien für die Erstellung eigener #ddj Anwendungen
  • Grundlagen Statistik, Kartografie, Informationsdesign
  • #ddj am Plateau of productivity
  • Konzeption und Erstellen eigener #ddj Artikel/Anwendung
  • Präsentation und Diskussion eigenständige Blogposts

Abgabe Termin (13.1.) –

  • Abgabe von ausständigen Blogposts per Mail